Lehrveranstaltung im Wintersemester 2009/10
Proseminar: Hans Lipps und Hans-Georg Gadamer. Kleine Schriften zur Hermeneutik
donnerstags, 18:15-19:45 Uhr, P 15
Inhalt:
Mit Hans Lipps (1889-1941) und Hans-Georg Gadamer (1900-2002) sind zwei Vertreter benannt, die die heutige Auffassung von Hermeneutik entschieden beeinflusst haben. Lipps, in dem er im Grenzgebiet von Logik, Sprachphilosophie und Phänomenologie eine „hermeneutische Logik“ verfolgt hat und Gadamer, in dem er die Hermeneutik im Sinne einer ‚Kunstlehre des Verstehens‘ zu einer „philosophischen Hermeneutik“ ausgeweitet hat.
„Hermeneutische Logik setzt aber gerade an der Situation, so wie sie zu Wort kommt, ein.“ In diesen Worten fasst Lipps sein Anliegen zusammen, das im Seminar zunächst erarbeitet wird. Seine Auseinandersetzung mit der traditionellen Logik und damit verbunden sein Verständnis von „Sprache“, das ihn zu einer hermeneneutischen Logik führt, werden im Vordergrund stehen. Darauf folgend wird Gadamers Auffassung einer philosophischen Hermeneutik behandelt werden, wobei der von ihm hervorgehobene Zusammenhang von Verstehen und Sprache leitend sein wird. Anhand ausgewählter Texte sollen im Seminar nicht nur die jeweiligen Positionen und ihre Verbindungslinien, sondern auch hermeneutische Grundbegriffe erarbeitet werden.
Empfohlene Literatur:
Zum ersten Einlesen:
- Bollnow, O. F.: Zum Begriff der hermeneutischen Logik, in: Delius, H. / Patzig, G. (Hgg.): Argumentationen. Festschrift für Otto König, Göttingen 1964, 20-42.
- Gadamer, H.-G.: Art. Hermeneutik, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. v. J. Ritter, Bd. 3, Basel 1974, Sp. 1061-1073.
- Kühne-Bertram, G.: Logik als Philosophie des Logos, in: ABG 36, 1993, 260-293.
Zusätzliche Informationen
Die Textgrundlage wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.