Kommentar zum Hauptseminar Hegels Vorlesungen zur Ästhetik

Hegels Philosophie der Kunst gilt als einer der letzten Höhepunkte systematischen Denkens in der Ästhetik, d. h. einer ästhetischen Theorie, die in eine philosophische Gesamtkonzeption eingebunden ist. Da Hegels System auf dem Gedanken des sich in geschichtlicher Entwicklung konkretisiernden lebendigen Geistes beruht, ist die Kunst in ihrer Bedeutung als Gestalt des absoluten Geistes selbst geschichtlich. Er unterscheidet drei Stadien: Die „symbolische Kunst“, die auch als „Vorkunst“ bezeichnet wird, die „klassische (antike) Kunst“, in der das „Ideal der Kunst“ erreicht wird, und die „romantische Kunst“, in der das Ideal überschritten wird auf eine höhere Gestalt des absoluten Geistes in Religion und Philosophie hin.

Hegels Diagnose, daß „die Kunst nach der Seite ihrer höchsten Bestimmung für uns ein Vergangenes“ ist, hat zu der vieldiskutierten Frage nach dem „Ende der Kunst“ geführt. Gerade für die moderne Kunst jedoch sind Hegels Überlegungen zur Geschichtlichkeit der Kunst und zum Verhältnis von Reflexion und unmittelbarer sinnlicher Wirkung von Interesse. In seinen eigenhändigen Werken wird die Stellung der Kunst seit 1801 behandelt, am ausführlichsten aber in den in ihrer Authentizität umstritteneren Nachschriften zu seinen zwischen 1823 und 1829 gehaltenen Vorlesungen über Ästhetik, die im Seminar auszugsweise gelesen werden sollen.

Im Zentrum wird der Erste Teil „Die Idee des Kunstschönen oder das Ideal“ stehen; von hier aus können dann – bei Interesse in Form von Referaten – auch Ausblicke auf die Darlegungen zu den verschieden Kunstgattungen und –epochen erfolgen.

Die Lektüre der Einleitung zu den Vorlesungen über die Ästhetik ist als Vorbereitung dringend zu empfehlen.

Empfohlene Literatur:
  • Brigitte Scheer: Einführung in die Philosophische Ästhetik. Darmstadt 1997
  • Heinz Paetzold: Ästhetik des Deutschen Idealismus. Wiesbaden 1983
Weiterführende Links Lehrveranstaltungen WS 2009/10
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Schopenhauer-Forschungsstelle
apl. Prof. Dr. Matthias Koßler
Philosophisches Seminar
Johannes Gutenberg-Universität
55099 Mainz
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