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22.03.-01.04.2010
Das Fach Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz versucht in seiner Binnenstruktur dem Selbstverständnis und den Aufgaben der Philosophie Rechnung zu tragen. Es gliedert sich in sechs Arbeitsbereiche, drei historische und drei systematische, wobei jedoch in den stärker historisch ausgerichteten Arbeitsbereichen der systematische Ertrag der untersuchten Positionen und Zusammenhänge ebenso thematisiert wird wie in den stärker systematisch ausgerichteten Arbeitsbereichen die Geschichte der jeweiligen Fragestellungen .
Die drei philosophiehistorisch orientierten Arbeitsbereiche decken die gesamte Philosophiegeschichte ab und folgen der gängigen Einteilung in Philosophie der Antike, des Mittelalters sowie der Neuzeit und Moderne. Sie sind aber zugleich in ihren Aufgabenbereichen mit Ergänzungen versehen, die entweder systematische Hauptthemen der Epoche hervorheben oder die Wirkungsgeschichte der Epoche zusätzlich in den Blick nehmen. Die Widmungen lauten im Einzelnen: Philosophie der Antike und ihre Rezep-tion von der Neuzeit bis zur Gegenwart, Philosophie des Mittelalters und ihre Wirkungsgeschichte sowie Philosophie des Bewusstseins und der Subjektivität in der Philosophie der Neuzeit. Damit kann das Mainzer Seminar die Philosophiegeschichte in der Lehre in voller Breite vertreten und so die Philosophie in deren systematischer Verschränktheit mit der eigenen Geschichte behandeln. Eine Besonderheit, die das Mainzer Seminar mit einigen anderen deutschen Universitäten teilt, ist der Status der Professur für Philosophie des Mittelalters, als Konkordatsprofessur mit ursprünglich eigenem Institut. Diese Professur hat neben ihren Aufgaben im Rahmen des Philosophischen Seminars zusätzlich noch den größten Teil der philosophischen Ausbildung der Diplomandinnen und Diplomanden sowie der Priesteramtskandidaten des FB 01 Katholische Theologie sicherzustellen.
Die drei systematisch ausgerichteten Arbeitsbereiche sind der Theoretischen Philosophie, der Logik und Wissenschaftstheorie sowie der Praktischen Philosophie gewidmet. Mit der Unterteilung in diese drei systematischen Fächer wird zum einen der im Fach üblichen Grundeinteilung in theoretische und praktische Philosophie entsprochen. Zum zweiten stellt die Verbindung der beiden Disziplinen Ethik und Anthropologie eine Schwerpunktsetzung dar, die der anthropologischen Tradition der Mainzer Universität geschuldet ist. Die Einrichtung der Professur für Logik und Wissenschaftstheorie lässt sich als Reaktion auf die gestiegene Bedeutung v. a. der Naturwissenschaften in der modernen Welt wie auf die zunehmende Spezialisierung des technischen Apparats der formalen Rekonstruktion wissenschaftlicher Verfahren rechtfertigen.