Kommentar zum Hauptseminar Pluralität und Toleranz als philosophisches Problem im Mittelalter und Früher Neuzeit

Inhalt:

Folgt man den gängigen Vorurteilen, sind insbesondere religiös-weltanschauliche Pluralität und die Toleranz gegenüber Positionen und Lebensformen, die vom (vermeintlich) Selbstverständlichen abweichen, erst in der Frühen Neuzeit – überaus zaghaft – zum Thema theoretischer Erörterungen und noch deutlich später soziale Wirklichkeit geworden, – und zwar vor allem aufgrund der Erfahrung der unauflöslichen konfessionellen Gegensätze mit ihren teilweise vernichtenden Konsequenzen.
In der Tat fehlte dem Mittelalter durchweg beispielsweise das begriffliche Instrumentarium, um die Pluralität von Religionen auch nur denken zu können, und innerhalb der eigenen christlich dominierten Kultur scheint tatsächlich die Kategorie der ‚Häresie’ ein fundamentales Ordnungskriterium gewesen zu sein.
Jedoch kennt auch das lateinische Mittelalter eine verblüffende Vielfalt von theoretischen wie lebenspraktischen Entwürfen und es verfügt über Instrumente, mit dieser Pluralität reflektierend umzugehen, einschließlich elaborierter Konzepte von individueller (Gewissens-)Freiheit, auf denen nicht zuletzt die Diskussion der Frühen Neuzeit aufbauen kann.

Im Seminar sollen derartige Ansätze, Pluralität theoretisch zu bewältigen, im Detail untersucht werden. Dabei kommen ethische und anthropologische Aspekte ebenso in den Blick wie politisch-theoretische und geschichtsphilosophische. 

Empfohlene Literatur:

Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Weiterführende Links Lehrveranstaltungen SoSe 2011

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Philosophie des Mittelalters
Dr. Dr. Stefan Seit
Philosophisches Seminar
Johannes Gutenberg-Universität
55099 Mainz
Tel +49 (0) 6131/39-24053


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