Schopenhauer und Feuerbach: Beginn einer Philosophie des Leibes

Philosophierende Ärzte des 18. Jahrhunderts definierten von neu gewonnen Einsichten in seine körperliche Beschaffenheit, was der Mensch ist. Im 19. Jahrhundert wurde der Leib des Menschen zwar nicht entdeckt, wohl aber als philosophische Kategorie bedeutsam. Von der Leiblich- bzw. Körperlichkeit ausgehend, erschließen sowohl Arthur Schopenhauer als auch Ludwig Feuerbach die Weltlichkeit des MENSCHEN. Jener erklärt ihn "in seiner ganzen Besonderheit wie er ist", zu der "Erscheinun[g] des Willens" selbst, für diesen heißt "Im Leib sein […] in der Welt sein".

Die Vorträge unserer Tagung werden zum besseren Verständnis des Einheitlichen und Gegensätzlichen beider Leibkonzeptionen beitragen.

Die Nähe zu Fragestellungen, wie sie im zwanzigsten Jahrhundert von der klassischen Anthropologie, der Psychoanalyse oder von der Phänomenologie eines Merleau-Ponty aufgeworfen worden sind, liegt auf der Hand. Schopenhauer steht bekanntlich Freuds analytischer Psychologie näher, aber auch im Werk Feuerbachs finden sich an zentralen Stellen Einsichten, die vorstoßen zu dem, was der späte Aufklärer Freud präziser zu benennen wusste.

Nicht zu vergessen ist Nietzsches beachtlicher Beitrag zur Philosophie des Leibes - ihm wäre jedoch eine eigene Diskussion zu widmen; im Rahmen der von uns durchgeführten Tagung kann er (nicht zuletzt aus organisatorischen Gründen) nur marginal berücksichtigt werden.

Stattdessen interessiert uns insbesondere die Aktualität beider im Titel genannten Denker, die im Vorfeld der analytischen Psychologie zu beachtlichen Einsichten in das Wesen leibhaftiger Menschen gelangt.

Detailierte Informationen finden Sie auf den Seiten der Schopenhauer-Forschungsstelle.

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