Lehrveranstaltung im Wintersemester 2009/10

Proseminar: Das Böse

montags, 10:15-11:45 Uhr, P 5

Kommentar

'Gute Mädchen kommen in den Himmel - böse überall hin!' Dieser bekannte Song- und Buchtitel (Buch: Ute Ehrhardt, Lied: Meat Loaf) verdeutlicht bereits den Reiz des Bösen. Gut-Sein ist langweilig, während die wahren Freuden des Lebens auf den warten, der böse ist, oder nur durch das Böse erkannt werden. Was aber ist das Böse und woher kommt es? Wer bestimmt, was böse ist? Oder gibt es ein fundamental Böses, das überall auf die gleiche Weise wirkt?

Diesen Fragen soll im Rahmen des Seminars nachgegangen werden. Dazu werden unterschiedliche Ursprünge und Definitionen des Begriffs des 'Bösen' erarbeitet. Das Ziel ist hier allerdings nicht, eine umfassende Kenntnis aller Interpreten des 'Bösen' und deren Argumentationen zu erlangen. Vielmehr geht es darum, wesentliche Denkansätze kennenzulernen, die sich voneinander unterscheiden, wie z. B. Kants Begriff des 'radikal Bösen' und Hannah Arendts Überlegung zur 'Banalität des Bösen'. Anhand von Beispielen aus Literatur und Film wird der Umgang mit diesem zentralen Thema der Ethik in der praktischen Anwendung gedeutet.

Empfohlene Literatur:
  • Immanuel Kant. Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Stuttgart 1986
  • Hannah Arendt. Über das Böse. Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik. München 2007
  • Romano Guardini. Ethik. Vorlesungen an der Universität München (1950-1962). Mainz 1993
  • Jonathan Littell. Die Wohlgesinnten. Berlin 2008
  • Johann Wolfgang von Goethe. Faust. Der Tragödie erster Teil. Stuttgart 1996
  • Amélie Nothomb. Böses Mädchen. Zürich 2006
  • Rüdiger Safranski. Das Böse oder Das Drama der Freiheit. Frankfurt a.M. 2004
Zusätzliche Informationen:

Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

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