Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/11

Vorlesung: Geschichte der philosophischen Ethik im lateinischen Mittelalter (einschließlich Vor- und Wirkungsgeschichte)

mittwochs, 10:15-11:45 Uhr, N1

Inhalt:

Die Vorlesung wird die wichtigsten Positionen der mittelalterlichen Ethik unter Einschluss ihrer antiken Quellen und mit Blick auf heutige systematische Fragestellungen behandeln. Die chronologisch orientierte Darstellung soll nicht nur einen fundierten Überblick bieten, sondern auch wichtige Entwicklungslinien freilegen, die unser Verständnis von Sittlichkeit bis heute prägen: Von den ersten Versuchen im 12. Jahrhundert, eine philosophische Ethik als eigenständige Wissenschaft zu etablieren, über die vernunftrechtlich begründeten Ethikentwürfe des 13. Jahrhunderts bis hin zu den spätmittelalterlichen Auseinandersetzungen um die Letztbegründung sittlich guten Handelns.

Voraussetzungen / Organisatorisches:

Für Studierende der Katholischen Theologie (Diplom, Kirchliche Prüfung) entspricht die Veranstaltung der Vorlesung "Ethik I".

 

Hauptseminar: Univozität und Willensfreiheit. Die Philosophie des Johannes Duns Scotus

dienstags, 16:15 - 17:45 Uhr, P4

Inhalt:

Der Franziskaner Johannes Duns Scotus (1266-1308) zählt zu den wichtigsten und originellsten Denkern des 14. Jahrhunderts. Dies betrifft vor allem seine Metaphysik und seine Ethik. In Abhebung von Thomas von Aquin, der in seiner Metaphysik von der Analogie des Seienden ausgeht, vertritt Scotus einen Begriff des Seienden, der univok von allem Seienden aussagbar ist, und damit eine Konzeption, die bis in das neuzeitliche Verständnis von Metaphysik als Transzendentalphilosophie hinein wirksam geworden ist. In seiner Ethik vertritt Scotus die These von der Priorität des Willens vor dem Intellekt und stellt damit die teleologische Bestimmung des Menschen in Frage.

Empfohlene Literatur:

Textgrundlage: Eine Auswahl übersetzter Textausschnitte wird zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung: Mary B. Ingham, Johannes Duns Scotus (Zugänge zum Denken des Mittelalters 3), Münster 2006; Ludger Honnefelder, Duns Scotus (Beck’sche Reihe Denker 569), München 2005.

Proseminar: Die Naturphilosophie des Mittelalters

mittwochs, 14:15 - 15:45 Uhr, P 208

Inhalt:

Das Proseminar wird einen Überblick über die wichtigsten naturphilosophischen Positionen des Mittelalters bieten. Eine besondere Gewichtung liegt dabei auf dem 12. Jahrhundert, das ausgehend vom platonischen Timaios ein besonderes Augenmerk auf die Natur richtet. An die Stelle einer symbolisch-spekulativen Interpretation der Natur als "Buch der Schöpfung", das Gott geschrieben hat, tritt dabei das Interesse an der Natur als einer physisch-physikalischen Realität, das zu einer Ausarbeitung der Physik als derjenigen Wissenschaft führt, die sich der Beschaffenheit der natürlichen Dinge widmet.

Empfohlene Literatur:

Textgrundlage: Eine Auswahl übersetzter Textausschnitte wird zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung: Andreas Speer, Die entdeckte Natur. Untersuchungen zu Begründungsversuchen einer "scientia naturalis" im 12. Jahrhundert (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 45), Leiden/New York/Köln 1995.

Seminarergänzendes Kolloquium: Ars - Scientia - Sapientia: Wissen und Wissenschaft im Mittelalter. (Für Studenten der Katholischen Theologie)

dienstags, 9. Nov., 7. Dez. 2010, 11. Jan, 1. Feb 2011, 10:15 - 11:45 Uhr, P 104

Das Kolloquium wird sich anhand ausgewählter Texte modernen wissenschaftstheoretischen Positionen (Popper, Kuhn, Feyerabend) widmen.

Voraussetzungen / Organisatorisches:

Für Studierende der Katholischen Theologie (Diplom, Kirchliche Prüfung), die das Seminar als Vorlesungsersatz zur Vorbereitung auf ihre Prüfung im Rahmen des Vordiploms besuchen, ist die Teilnahme am Kolloquium nach Anmeldung über JOGUSTINE obligatorisch.

 

Seminarergänzendes Kolloquium: Die Naturphilosophie des Mittelalters. (Für Studenten der Katholischen Theologie)

dienstags, 16. Nov., 14. Dez. 2010, 18. Jan., 8. Feb. 2011, 10:15 - 11:45 Uhr, P 104

Das Kolloquium wird sich anhand ausgewählter Texte modernen naturphilosophischen Fragestellungen (Bewusstsein, Neurobiologie und Willensfreiheit, praktisch-ökologischer Naturbegriff) widmen.

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Für Studierende der Katholischen Theologie (Diplom, Kirchliche Prüfung), die das Seminar als Vorlesungsersatz zur Vorbereitung auf ihre Prüfung im Rahmen des Vordiploms besuchen, ist die Teilnahme am Kolloquium nach Anmeldung über JOGUSTINE obligatorisch.

Kolloquium: Besprechung laufender Arbeiten

Ort und Zeit werden kurz vorher bekannt gegeben

Kontakt Kontakt
Philosophie des Mittelalters
Sekretariat
Marc Riegel
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel +49 (0) 6131/39- 22 925
Fax +49 (0) 6131/39-20 889
Mo.: 13.00-14.00 Uhr
Di.: 10.00-12.00 Uhr
Mi.: 10.00-12.00 Uhr
Do.: 16.00-18.00 Uhr
Fr.: 13.00-14.00 Uhr

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