Kommentar und Literatur zu Die Rechts- und Sozialphilosophie des jungen Marx
Inhalt:
Karl Marx gilt heutzutage als "toter Hund", als Theoretiker der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, dessen Kritik durch den Gang der Weltgeschichte widerlegt worden ist. Das Seminar, das dieses billige, weil argumentslose Vorurteil gegen die Marxsche Theorie nicht teilt, hat die Entwicklung des jungen Marx vom radikaldemokratischen Junghegelianer zum Kritiker der politischen Ökonomie der bürgerlichen Gesellschaft zum Gegenstand. Die Beschäftigung mit Hegels philosophischen System, insbesondere mit den staatsrechtlichen Passagen der Hegelschen Rechtsphilosophie, bildet in diesem Zusammenhang den Durchgangspunkt für die Auseinandersetzung mit den politischen und philosophischen Positionen der Junghegelianer (Arnold Ruge, Bruno und Edgar Bauer, Ludwig Feuerbach) einerseits und für Ausbildung der materialistischen Theorie von Geschichte und Gesellschaft bzw. zur Kritik der politischen Ökonomie andererseits. Außer einigen ausgewählten programmatischen Schriften der Junghegelianer wird das Seminar sich mit Marx' Kritik des Hegelschen Staatsrechts und der dort zu findenden demokratietheoretischen Position, den Feuerbach-Thesen, der Marxschen Kritik der Menschenrechtsideologie und mit dem (problematischen) Begriff der Entfremdung in den sog. "Ökonomisch-philosophischen Manuskripten" von 1844 beschäftigen.
Literatur
Zur Einführung:
Konrad Bekker, Marx' philosophische Entwicklung, sein Verhältnis zu Hegel, Diss. Basel 1940.
Walter Euchner, Karl Marx, München 1983.
Dieter Henrich, Karl Marx als Schüler Hegels, in: Ders., Hegel im Kontext, Frankfurt/M. 21975, S. 187-207.
Karl Löwith, Von Hegel zu Nietzsche. Der revolutionäre Bruch im Denken des 19. Jahrhunderts, Hamburg 71978.
David McLellan, Die Junghegelianer und Karl Marx, München 1974.
Werner Maihofer, Demokratie im Sozialismus. Recht und Staat im Denken des jungen Marx, Frankfurt/M. 1968.
Arnold Ruge, Die Hegelsche Rechtsphilosophie und die Politik unserer Zeit, in: Manfred Riedel (Hrsg.), Materialien zu Hegels Rechtsphilosophie Bd. I, Frankfurt/M. 1975, S. 323-349.
Christian Schefold, Die Rechtsphilosophie des jungen Marx von 1842. Mit einer Inter-pretation der 'Pariser Schriften' von 1844, München 1970.
Horst Stuke, Philosopie der Tat. Studien zur Verwirklichung der Philosophie bei den Junghegelianern und den Wahren Sozialisten, Stuttgart 1963.
Francis Wheen, Karl Marx, München 2001.