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PS |
Titel der Veranstaltung Kultur als Selbstbefreiung des Menschen: Einführung in die Philosophie Ernst Cassirers |
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Leitung Andreas Hütig |
Ort P 203 |
Beginn 08.05.2001 |
Wochentag Dienstag |
Zeit 12 -14 Uhr |
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Teilprüfung möglich |
Gewichtung Inhaltlicher Schwerpunkt |
Leistungsnachweis (Textpatenschaft + Hausarbeit) oder (Referat + Essay) oder (Protokoll + Diskussionspapier + Prüfungsgespräch) |
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Gegenstand der Veranstaltung Kultur ist wieder, wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zentraler Begriff vieler Diskussionen und Problemfelder: vom Selbstverständnis der Geistes- oder jetzt Kulturwissenschaften über den Umgang mit fremden Kulturen bis hin zur Kritik an der Massenkultur und Warnungen vor der Entwicklung der menschlichen Zivilisation oder den Eingriffen in die Natur des Menschen, überall werden verschiedene Konzepte von Kultur benutzt und ihr Funktionen oder Geltungsbereiche zugeschrieben. Das Seminar behandelt mit Ernst Cassirer (1874-1945) einen der wichtigsten, wenn auch nicht unbedingt bekanntesten Kulturphilosophen. Er versteht alle menschlichen Weltaneignungen, von den Mythen der Vorzeit bis hin zu den elaboriertesten physikalischen Theorien, als Symbolisierungsleistungen mit eigenen Prinzipien und eigenem Recht. Philosophie soll in seinem Verständnis diese "symbolischen Formen" (Cassirer) untersuchen, ihre Prinzipien, Ziele und Strukturen aufdecken und für ein Gleichgewicht, für Einheit in der Vielfalt kämpfen. Weil alle diese Formen kulturelle sind, stehen sie dem Individuum nicht feindlich gegenüber, sondern dieses bewegt sich in ihnen und entwickelt sie und sich. Dabei kann es durchaus zu Kurzschlüssen, Mißbräuchen und Freiheitseinschränkungen kommen – Cassirer analysiert u.a. die Instrumentalisierung mythischer Strukturen im Nationalsozialismus –, aber diese möglichen Fehlentwicklungen zeigen keinen prinzipiellen Fehler der menschlichen Kultur. Sie sind vielmehr Ausdruck der Freiheit, die so oder so genutzt werden kann. Philosophie soll dabei den ethischen Grundimpuls vorantreiben: die Selbstbefreiung des Menschen. |
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Inhaltliches/Methodisches Vorgehen Das Seminar wird mit einer gemeinsamen Erarbeitung der symboltheoretischen Grundlagen beginnen. Hierzu lesen wir kürzere Texte Cassirers, die sich damit beschäftigen, wie überhaupt ein sinnliches Zeichen zum Träger von Sinn werden kann. Darauf folgt die Untersuchung der verschiedenen "symbolischen Formen": Inwiefern sind der Mythos, die Sprache, die Kunst oder die Wissenschaft als eigenständige Formen zu verstehen, die jeweils eine eigene, wenn auch nicht völlig abgetrennte ‚Welt‘ schaffen? Inwiefern ist in ihnen Freiheit möglich, und wie verhalten sie sich zueinander? Welches Selbstverständnis des Menschen folgt daraus? Zuletzt werden wir uns mit systematischen Fragen einer Philosophie der Kultur befassen, die anfangs angesprochen wurden – zu fast allen hat Cassirer auch Stellung bezogen. |
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Didaktische Vorgehensweise In der ersten Phase (Achtung: verspäteter Beginn!) wird die gemeinsame Erarbeitung einer systematischen Position anhand kürzerer Texte im Vordergrund stehen. Die Untersuchung der einzelnen "symbolischen Formen" geschieht mittels Präsentation der etwas umfangreicheren Werke Cassirers zu diesen Themen durch Referate. Diese werden an einer **Blocksitzung gegen Ende Juni** vorgetragen und diskutiert, deren Termin zu Beginn gemeinsam festgelegt wird. Im letzten Teil diskutieren wir systematische Fragen relativ frei, aber dabei von Cassirer ausgehend; hierzu sollen Teilnehmende Diskussionsvorlagen erstellen. |
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Artikel/Literatur zur Einführung Für einen guten Überblick über viele zentrale Themen und einen Eindruck von Cassirers Stil lese man E.C.: ‚Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften‘, in: ders.: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs, Darmstadt 81994, 169-200 (IB XII 6q 15). |
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