Gegenstand der
Veranstaltung
Der Titel der Vorlesung
unterstellt naiv, daß es ein System der Platonischen Philosophie gibt.
Offensichtlich aber war es nicht Platons Interesse, seinen künftigen
Interpreten ein fertiges System der Philosophie zu hinterlassen. Vielmehr
demonstrierte er in seinen Dialogen eine Kunst des Nachdenkens über Probleme,
die sich dann ergeben, wenn man das fraglos Überlieferte auf seine
Berechtigung oder Geltung hin untersucht.
Folgende Schwerpunkte und
Fragen sollen in der Vorlesung behandelt werden. Platon als Schüler des
Sokrates; seine Auseinandersetzung mit der Sophistik; seine Kritik an der
Schriftlichkeit; das Verhältnis von Wissen und Tugend. Macht moralisches
Handeln glücklich? Sind Ideen Inhalte unseres Denkens oder etwas Seiendes?
Ist Philosophieren eine erotische Tätigkeit? Warum ist die Seele unsterblich?
Sind wir in unseren Handlungen frei? Ist der Philosoph der „wahre“ Politiker?
Gibt es einen einen voraussetzungslosen Anfang alles Geschehens und Denkens
und wenn ja, wie kann man darüber reden? Kann man Philosophieren lernen?
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