PS
|
Titel
Martin Heidegger: Sein und Zeit |
|||||
Leitung
Oliver Immel |
Ort
P 208 |
Beginn
17.4. |
Wochentag
Mittwoch |
Zeit
12-14 |
||
Teilprüfung
möglich |
Gewichtung
|
Leistungsnachweis
Textpatenschaft+Hausarbeit oder Kolloquium+Hausarbeit |
||||
Voraussetzungen
Lektüre des Textes. Bereitschaft zur Übernahme einer Textpatenschaft |
||||||
Gegenstand der
Veranstaltung
Martin Heidegger versucht in Sein und Zeit, der Frage nach dem Sinn von Sein nachzugehen: „Die konkrete Ausarbeitung der Frage nach dem Sinn von „Sein“ ist die Absicht der folgenden Abhandlung. Die Interpretation der Zeit als des möglichen Horizontes eines jeden Seinsverständnisses überhaupt ist ihr vorläufiges Ziel.“ Die Frage nach dem Sinn von Sein aber kann erst gestellt werden, wenn die Ontologie sich allererst darauf besinnt, was es mit dem Sein auf sich hat. Da die bisherige Ontologie Sein bisher als höchstes Seiendes gedacht hat, dieses also nie als Geschehen begriffen hat, fordert Heidegger die Beachtung der „ontologischen Differenz“ zwischen Sein und Seiendem ein. So will Heidegger mit Hilfe einer durch das phänomenologische Sehen ermöglichten „Fundamentalontologie“ das Sein und seinen Sinn erhellen. Da aber der Mensch, den Heidegger ontologisch als „Dasein“ bestimmt, als einziges Lebewesen dadurch ausgezeichnet ist, sich zu seinem Sein verhalten zu können, ist der Mensch diejenige Instanz, die es nach seinem Sein zu befragen gilt. Dieses menschliche Sein, das Heidegger „Existenz“ nennt, ist nun in seinen Vollzugsweisen zu analysieren und in den bezug zur Zeit als Horizont des Geschehens zu setzen. Die damit verbundene „Daseinsanalyse“, in der Strukturmomente menschlichen Seins, die Heidegger „Existentialien“ nennt, in den Blick genommen werden, hat Heidegger berühmt gemacht, sorgte aber auch für viele Missverständnisse, da Heidegger sein Denken nicht als Anthropologie verstanden wissen wollte, sondern als Seinsdenken. Mit anderen Worten: es geht Heidegger nicht primär um den Menschen, sondern um das Sein selbst. Die Missverständnisse in der Rezeption von Sein und Zeit führten dazu, dass Heidegger auf eine weitere Ausarbeitung verzichtete. Sein und Zeit ist daher ein veröffentlichtes Fragment geblieben. Auch wenn Heidegger immer wieder in Selbstinterpretationen Sein und Zeit als grundlegend für sein Denken ansieht und sich jedenfalls seiner eigenen Deutung nach niemals von dessen Inhalten distanziert hat, vollzog sein Denken später eine „Kehre“, in der er versuchte, das Sein nicht mehr vom Dasein her in den Blick zu nehmen, sondern das Sein selbst sprechen zu lassen. Sein und Zeit gehört sicherlich zu den bedeutendsten Werken der deutschen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Seine eigenwillige Diktion erfordert allerdings eine große Bereitschaft, sich auf den Text einzulassen. |
||||||
Inhaltliches/Methodisches
Vorgehen
Im Seminar sollen ausgewählte Kapitel aus Sein und Zeit besprochen werden. Mithilfe von Textpatenschaften sollen Diskussionsgrundlagen erarbeitet werden werden, die es ermöglichen, die Textabschnitte im Plenum ausführlich zu besprechen. |
||||||
Artikel/Literatur
zur Einführung
Pöggeler, Otto. Der Denkweg Martin Heideggers. Pfullingen, 1963. Kettering, Emil. NÄHE: Das Denken Martin Heideggers. Pfullingen, 1987. |
||||||
Gewünschte
Vorbereitungen der Teilnehmerinnen
Lektüre des Textes |
||||||