PS

Titel der Veranstaltung

Wilhelm von Ockham: Texte zur Ethik

Leitung

PD Dr. Matthias Koßler

Ort

P 203

Beginn

18.4.

Wochentag

Do

Zeit

16-18 Uhr

Teilprüfung

Möglich

Gewichtung

ausgewogen

Leistungsnachweis

Hausarbeit,    Referat,

Kurzreferat und Kolloquium

Voraussetzungen

Lateinkenntnisse von Vorteil, aber nicht vorausgesetzt

Gegenstand der Veranstaltung

Wilhelm von Ockham (ca. 1285-1347) ist zunächst als der Denker des Spätmittelalters bekannt geworden, der dem Nominalismus zum Durchbruch geholfen und damit den Übergang zur neuzeitlichen Wissenschaftsauffassung vorbereitet hat. Später sind seine sprachlogischen Schriften vor allem im Umfeld der analytischen Philosophie zu einigem Ruhm gelangt. Schließlich sind auch seine gegen den Herrschaftsanspruch des Papstes gerichteten politischen Schriften in ihrer Bedeutung gewürdigt worden. Dagegen sind die ethischen Schriften wenig bekannt, obwohl sie zu Ockhams Zeit am heftigsten diskutiert wurden und ihm von Seiten seiner Zeitgenossen John Wyclif und Thomas Bradwardine den Vorwurf des Pelagianismus eintrugen. Das mag daran liegen, daß in ihnen ethische Fragestellungen eng mit theologischen verknüpft sind. Dennoch gibt es Passagen, die auch rein philosophisch interessant sind. Dabei geht es um die Freiheit des Menschen, den Handlungsbegriff, das Verhältnis von Wille und Vernunft und die Tugend.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Die betreffenden Abschnitte sollen zunächst und hauptsächlich auf ihren philosophischen Gehalt hin betrachtet werden, dann anschließend aber auch in Beziehung zu den theologischen und erkenntnistheoretischen Lehren Ockhams gesetzt werden. Dadurch soll der Blick für den Zusammenhang bestimmter auch heute noch virulenter ethischer Konzeptionen mit möglichen erkenntnistheoretischen und theologischen Voraussetzungen geschärft werden. Da die Texte zum größten Teil aus den Sentenzenkommentaren entnommen sind, besteht ein methodisches Ziel des Seminars auch darin, mit dieser Textgattung und mit der Form der mittelalterlichen Quaestio bekannt zu machen.

Didaktische Vorgehensweise

Textgrundlage ist die Ausgabe: Wilhelm von Ockham: Texte zu Theologie und Ethik. Lateinisch/Deutsch. Stuttgart (Reclam) 2000. Es werden kurze Textabschnitte durch Kurzreferate vorgestellt und eingehend besprochen. Ergänzend dazu sind Referate und/oder die Einbeziehung weiterer Texte zur philosophischen Problematik vorgesehen.

Artikel/Literatur zur Einführung

Kurt Flasch: Das philosophische Denken im Mittelalter, Stuttgart (Reclam) 1986, S. 441 – 459

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

s.o.