PS

Titel der Veranstaltung

Theorien der Intersubjektivität

Leitung

Dr. M. Mühl

Ort

P 103

Beginn

16.04.

Wochentag

Di

Zeit

16-18

Teilprüfung

nicht möglich

Gewichtung

inhaltlich

Leistungsnachweis

Hausarbeit, Referar, Protokoll

Voraussetzungen

aktive Mitarbeit

Gegenstand der Veranstaltung

Das Seminar versteht sich als eine Einführung in ein zentrales Grundlagenproblem der Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Theorien der Intersubjektivität entwerfen Modelle menschlicher Sozialität. Sie formulieren damit die Grundlagen der Sozialwissenschaften. Zugleich beanspruchen sie, auch die philosophischen Fragen nach den Grundlagen der Erkenntnis und der Moral zu beantworten. Sie sind ein Produkt insbesondere des 20. Jahrhunderts, wenn auch die Anfänge bereits bei Hegel und Marx liegen. Im Unterschied zu früheren Modellen des Sozialen kennzeichnen sie dieses als eine Praxis, durch die sich Gesellschaft gleichermaßen selbst reproduziert als auch ihre Subjekte zu solchen bildet. Diese Abhängigkeit der Subjekte von einem sozialen Bildungsprozeß läßt die Probleme der philosophischen Erkenntnistheorie in einem gegenüber der Neuzeit erheblich veränderten Licht erscheinen. Viele der IntersubjektivitätstheoretikerInnen sehen daher durch diese sozialphilosophische Neuerung eine Wende in der modernen Philosophie eingeleitet.

Die Palette einflußreicher Ansätze der Intersubjektivität ist breit. Das Verständnis ändert sich jeweils abhängig davon, ob Intersubjektivität doch noch auf eine Eigentümlichkeit menschlicher Subjektivität zurückzuführen ist (G.W.F. Hegel, Karl Marx, Edmund Husserl) oder ob sie als Form des Lebens verstanden wird (Wilhelm Dilthey), ob sie ihre Wurzeln im menschlichen Leib hat (Helmuth Plessner), ob sie auf Handlungen (G. H. Mead) oder auf Sprache (Ludwig Wittgenstein) beruht. Das Seminar macht sich zur Aufgabe, einen Einblick in die Modelle der genannten zu vermitteln.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Die Modelle werden an Hand von Textauszügen besprochen. In der Seminardiskussion sollen ihre unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema der Intersubjektivität sowie die Unterschiede ihrer Probleme mit dem Thema herausgearbeitet werden.

Didaktische Vorgehensweise

In die Texte soll jeweils zu Beginn von den Studierenden durch eine knappe Zusammenfassung der zentralen Aussagen eingeführt werden. Es ist vorgesehen, je nach Erfordernis eine bis zwei Sitzungen pro Text zu verwenden.

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Die Textauszüge werden als Kopien zu einem Reader zusammengestellt und ab Anfang April neben weiterer Sekundärliteratur in der Bibliotek bereitstehen.