PS

Titel der Veranstaltung

Petrus Abaelardus,

Von der Schwierigkeit der Philosophie, von Gott zu reden

 

Leitung

Prof. Dr. M. Dreyer

Ort

P 203

Beginn

30.10.2001

Wochentag

Di

Zeit

17.00 - 18.30

Teilprüfung

möglich

Gewichtung

Gleichermaßen inhaltliche

wie methodische Ausrichtung

Leistungsnachweis

Thesenpapier / Stundenprotokoll

 und Hausarbeit

Voraussetzungen

 

Gegenstand der Veranstaltung

Wie kann man über Gott reden, von ihm Aussagen machen, obwohl er nicht Teil unserer Welt ist, sich mithin unserer alltäglichen Erfahrung entzieht. Die Begriffe unserer Sprache sind zwar durchaus geeignet, die körperlichen Dinge, die der angemessene Gegenstand unserer Erkenntnis ist, zu erfassen. Sie erweisen sich aber bei genauerer Untersuchung als untauglich, um über etwas zu sprechen, das nicht nach Art eines Körpers existiert.

Petrus Abaelardus, einer der bedeutendsten Denker des 12. Jahrhundert, hat dieses Problem sehr genau erkannt und es als ein Problem vor allem der Philosophie identifiziert. Denn die Philosophie, so wie sie Abaelard bekannt war, benutzte zur Erfassung ihrer Gegenstände die Aristotelischen Kategorien, eben jene 10 Aussageweisen, von denen Aristoteles überzeugt war, daß mit ihnen die körperlichen Dinge vollständig erfaßt werden könnten. Sind die Kategorien zur Erfassung Gottes als einer unkörperlichen Wesenheit aber untauglich, wie kann die Philosophie dann noch über Gott reden?

Für Abaelard stellt sich das Problem, angemessen über Gott zu reden, aber noch unter einer anderen Perspektive. Das philosophische Sprechen und Denken von Gott bedarf, um angemessen zu sein, einer ihnen zugrundeliegenden und sie leitenden rechten (Lebens-) Haltung gegenüber Gott. Wie aber ist diese zu gewinnen?

 

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen; Didaktische Vorgehensweise

Anhand ausgewählter Texte aus der Theologia Summi boni des Petrus Abaelardus soll diesen Fragen nachgegangen werden.

Das Proseminar will neben der Klärung der genannten Probleme auch Grundkenntnisse im Umgang mit philosophischen Texten vermitteln und in Grundfragen der Philosophie des Mittelalters einführen.

 

Artikel/Literatur zur Einführung

Petrus Abaelardus, Theologia Summi boni, übersetzt mit Einleitung und Anmerkungen hg. v. U. Niggli (Philosophische Bibliothek 395), Hamburg 1991.

R. Thomas (Hg.), Petrus Abaelardus (1079-1142). Person, Werk und Wirkung, Trier 1980.

D. E. Luscombe, Peter Abaelard, in: P. Dronke (Hg.), A History of 12th Century Western Philosophy, Cambridge 1988, 279-307.

 

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Eingehende Lektüre des Quellentextes