PS

Titel der Veranstaltung

Wilhelm Schmid: Philosophie der Lebenskunst – eine Einführung

Leitung

Oliver Immel

Ort

P 207

Beginn

8.11.2001

Wochentag

Do

Zeit

13s.t.-14.30

Teilprüfung

möglich

Gewichtung

 

Leistungsnachweis

Textpatenschaft+Essay+Kolloquium

oder: Textpatenschaft+Hausarbeit

Voraussetzungen

Lektüre des Textes, Bereitschaft zur Übernahme einer Textpatenschaft,

Bereitschaft zur Teilnahme an Arbeitsgruppen

Gegenstand der Veranstaltung

Jenseits aller populärphilosophischen Versuche, die gesellschaftlichen Forderungen nach einer Philosophie der Lebenspraxis mit inhaltlich-normativen Rezeptbüchern für das gelungene Leben zu befriedigen, hat sich in den letzten Jahren innerhalb der Fachphilosophie eine Denkrichtung entwickelt, die der Sorge um den richtigen Lebensweg Rechnung trägt, ohne der Versuchung präskriptiver Lebensvorlagen zu erliegen. Zwar versteht sich die „Philosophie der Lebenskunst“ nicht explizit als Gegenwurf zu den Lebensvorschriften der Erfolgsautoren, aber ihr Anspruch, eine „andere Moderne“ einzuläuten, in der Möglichkeiten der Lebensgestaltung reflektiert werden und ihre Auseinandersetzung mit all dem, was für eine Lebensführung überhaupt von Bedeutung ist, bietet vielversprechende Ansätze, die verdeutlichen, daß der Philosophie die Frage nach der Lebenspraxis keineswegs gleichgültig ist.

Wilhelm Schmids Buch wendet sich entschieden gegen jede normative Philosophie der Lebens-praxis. Seine an Michel Foucaults unausgeführtes Vorhaben einer „Neubegründung einer Philosophie der Lebenskunst“ angelehnte Grundlegung versucht vielmehr, die Möglichkeiten eines reflektierten Lebensvollzugs aufzuzeigen: „Es geht dabei, entgegen dem ersten Anschein, nicht so sehr um eine praktisch ausgeübte philosophische Lebensform (Philosophie als Lebenskunst); vielmehr steht die theoretische Reflexion des Lebens, wie es bewusst gelebt werden könnte (Philosophie der Lebenskunst) im Mittelpunkt.“ Auch geht es Schmid nicht um „Existenzdesign“ im Sinne einer Ästhetisierung der Existenz, sondern er spricht von „Kunst“ eher im Sinne von téchne: Lebenskunst ist für ihn „Können als Verfügung über ein Potential, als Aktualisierung im Akt des Vollzugs und schliesslich als gekonnte Umsetzung.“ Somit meint Lebenskunst ein Anwenden von gestalterischen Fähigkeiten auf das Leben, die sich an Kriterien der Vernunft orientieren, nicht an ästhetischen Idealen. Die Philosophie kann dabei nach Schmid, „ihren spezifischen Beitrag zur Reflexion des Lebens leisten, wenn sie ihren traditionellen Bezug zur Kunst, das Leben zu meistern, wiederentdeckt. Dieses Verständnis von Philosophie zu erneuern, ist das Anliegen einer Philosophie der Lebenskunst.“

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Im Seminar sollten ausgesuchte Textausschnitte von Textpaten für die gemeinsame Diskussion aufbereitet werden. Da die Textpaten die jeweiligen Inhalte nicht referieren, sondern vielmehr Fragen zu den Grundthesen formulieren sollen,  ist die eigene Lektüre der Texte unerlässlich.

Artikel/Literatur zur Einführung

Wilhelm Schmid. Philosophie der Lebenskunst: Eine Grundlegung. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1998. 566 S.

Caysa, Volker. Aktuelle deutschsprachige Konzeptionen einer Philosophie der Lebenskunst. (http://www.information-philosophie.de/philosophie/caysalebenskunst.html, 06/2001)

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Lektüre des Textes