Gegenstand der
Veranstaltung
Konfuzius wird von Karl Jaspers neben Sokrates,
Buddha und Jesus Christus den maßgebenden Menschen zugezählt. Er sieht des
Menschen Rettung in der Erneuerung des Alten, jedoch nicht in der Nachahmung
des Vergangenen, sondern in der Wiederholung des ewig Wahren. Die Wahrheit,
die schon da ist, ist innerlich und äußerlich zu verwirklichen.
Eines der Grundprinzipien des konfuzianischen Denkens betrifft die Anschauung
vom Menschen. Die wertvollsten Züge im Menschen sind in der Achtung zu sehen,
die der Gebildete vor den sittlichen Werten hegt, und im Streben nach
tadellosem Verhalten. Die sittlichen Maßstäbe unterscheiden den Menschen vom
Tier; sie sind weder angeboren noch fallen sie ihm von selbst zu. Die
konfuzianische Morallehre ist die Frucht einer unaufhörlichen Reflexion über
den Menschen. Sittliche Eigenschaften und Verdienste zählen mehr als die
Umstände der Geburt oder das jeweilige Milieu.
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Inhaltliches/Methodisches Vorgehen
Die Rückkehr zum richtigen Gebrauch der Riten in
Tat und Wort steht am Anfang unserer Veranstaltung. Des Meisters große
Leistung ist es, die überkommenen Riten im Sinne einer individualisierten und
personifizierten Ethik umgedeutet zu haben. Die magische Wirkungskraft des
"DE" wird bei Konfuzius zu der sittlichen, bewußten und als
verpflichtend anerkannten Tugend. Es folgt die Erläuterung der Theorie von
der "Richtigstellung der Bezeichnungen" und schließlich die
Definition des sittlich Edlen, des edlen Menschen, des Gentleman, des "jünzi".
Zum Herrschen soll allein der Edle berufen sein. Und wo ein Fürst diesem
Ideal nicht nachzueifern vermag, sollte er wenigstens seine Ratgeber unter
den Edlen wählen.
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Artikel/Literatur zur Einführung
Fischer Weltgeschichte, Band 19, Das chinesische
Kaiserreich, S. 50 -53
Wolfram Eberhard, Geschichte Chinas, S. 44 - 48
Jacques Gernet, Die chinesische Welt, S. 83 - 84
Ernst Schwarz: Konfuzius, "Gespräche des
Meisters Kung", dtv Klassik, S. 5 - 33
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