PS

Titel der Veranstaltung

Besitzt der Mensch angeborenes Wissen?
Argumente von Locke, Leibniz und aus der Gegenwart.

Leitung

D. Schmicking

Ort

P 13

Beginn

31.10.2001

Wochentag

Mittwoch

Zeit

15.30 s.t.-17.00

Teilprüfung

Ist möglich

Gewichtung

Inhalt : Methode = 1 : 1

Leistungsnachweis

Referat und entweder Klausur oder Hausarbeit oder mündl. Kolloquium

Voraussetzungen

Keine

Gegenstand der Veranstaltung

Einer der Hauptgegenstände der philosophischen Kontroversen des 17. Und 18. Jh.s ist die Lehre von den angeborenen Ideen und Prinzipien. So geht etwa G. W. Leibniz davon aus, daß die das Denken konstituierenden Begriffe (z. B. Sein, Möglichkeit, Einheit, Existenz) und Prinzipien (z.B. der Identität) und die aus ihnen folgenden Vernunftwahrheiten angeboren sind, zumindest als Dispositionen. Demgegenüber bestreitet J. Locke eine solche Möglichkeit; seiner Auffassung nach ist der menschliche Geist zunächst ein unbeschriebenes Blatt, er erhält alles Material zu Vorstellungen, Begriffen, Erkenntnis erst aus der (äußeren und inneren) Wahrnehmung bzw. der Erfahrung. Die Debatte um angeborene kognitive Vermögen ist in den letzten Jahrzehnten wieder verstärkt aufgenommen worden. Sie wird heute allerdings auf breiterer empirischer Datengrundlage und überwiegend von Kognitionswissenschaftlern, besonders in der Psycholinguistik und Entwicklungspsychologie, sowie von Biologen geführt. Das Seminar soll anhand ausgewählter historischer und aktueller Positionen einen Einblick in grundlegende Fragestellungen und Argumentationen dieser Problematik vermitteln. Dazu werden zunächst zentrale Abschnitte aus Texten von Locke und Leibniz (s.u.) behandelt, im Anschluß daran zeitgenössische Arbeiten. Dabei soll deutlich werden, wie sich die ursprünglich begrifflich metaphysische zu einer empirischen interdisziplinären Diskussion gewandelt hat.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Inhaltliches Ziel ist das Verständnis der ausgewählten Positionen und ihrer Argumente, methodisches Ziel ist das Einüben gründlicher philosophischer Lektüre und deren Reflexion in der gemeinsamen Diskussion.

Didaktische Vorgehensweise

Zentral ist hier die gemeinsame Lektüre, Erarbeitung und Diskussion der Texte. Dabei können durch Referate der TeilnehmerInnen Aufbereitungen und Hilfestellungen geleistet werden.

Artikel/Literatur zur Einführung

Leibniz, G. W. (1996): Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. Philosophische Schriften. Bd. 3.1 u. 3.2. Franz. u. dt. Hrsg. u. übers. von W. von Engelhardt u. H. H. Holz. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. (stw. 1266.) – Locke, J. (2000): Versuch über den menschlichen Verstand. In vier Büchern. 5., durchges. Aufl. Hamburg: Meiner. (PhB 75/76.) – Zu Vorlesungsbeginn wird eine Mappe mit Kopiervorlagen der übrigen Texte in der Seminarbibliothek ausgelegt.)

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Kontinuierliche Vorbereitung zu den Sitzungen.