PS

Titel der Veranstaltung

Schopenhauer: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde

Leitung

Werner Euler

Ort





P 201

Beginn

Do 24.10. u. Fr 25.10.02, jeweils 17s.t.-20, P 15

8.11.2002

Wochentag





Freitag

Zeit





13:15-14:45

Teilprüfung

Ist nicht möglich

Gewichtung

Inhaltlicher Schwerpunkt

Leistungsnachweis

Referat oder Hausarbeit

Voraussetzungen

Keine

Gegenstand der Veranstaltung

Schopenhauers Schrift „Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde“ erschien zuerst 1813. In reiferen Jahren vom Autor selbst als „Jugendarbeit“ betrachtet, soll sie doch den „Unterbau“ seines ganzen philosophischen Systems enthalten. Im Jahre 1847 wurde sie zum zweiten Mal in erheblich erweiterter Fassung herausgegeben. Das Thema der Schrift - der Satz vom zureichenden Grunde - hat eine lange Tradition, die bis in die Antike reicht. Schopenhauer arbeitet seine Theorie in kritischer Auseinandersetzung mit diesen Traditionslinien (neben Platon und Aristoteles hauptsächlich die Metaphysik der Rationalisten sowie Kant) heraus. Nach Schopenhauer zeigt sich der Satz des Grundes, der in seiner allgemeinen Bedeutung die Verbindung der Vorstellungen begründet, in vierfacher Gestalt, die sich nach der Klassifizierung der Objekte unseres Vorstellens richtet.

In dem Seminar sind die historischen Bezüge, die der Text herstellt, zu recherchieren und zu erläutern. Dabei soll der Schwerpunkt in der Auseinandersetzung Schopenhauers mit Kant liegen. Dazu ist insbesondere Kants Streitschrift gegen Eberhard („Über eine Entdeckung, nach der alle neue Kritik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll“) mit heranzuziehen (AA VIII, 185-252). Das Ziel der Seminararbeit besteht darin, den Inhalt der Schrift am Anspruch des Autors zu messen und zu beurteilen, wie tragfähig der konstruierte „Unterbau“ tatsächlich ist.

Es handelt sich um eine Veranstaltung der Schopenhauer-Forschungsstelle in Kooperation mit der Schopenhauer-Gesellschaft.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Der Arbeitsablauf orientiert sich am Textaufbau und wird durch einen Themenplan gegliedert. Im Seminar werden sachorientierte Leitfragen entwickelt, mit deren Hilfe der Text schrittweise zu interpretieren ist. Sachprobleme müssen durch genaue Textanalyse identifiziert und zur Diskussion gestellt werden. Lösungsvorschläge sind auf ihre argumentative Begründung hin kritisch zu überprüfen.

Didaktische Vorgehensweise

Die zu besprechenden Textabschnitte sind individuell durch Lektüre vorzubereiten. Aus dem Themenplan können Aufgabenstellungen für Referate ausgewählt werden. Die Gedankengänge werden entweder durch Referate oder durch gemeinsame Textanalyse rekonstruiert und problematisiert. Sacherläuterungen und Hintergrundwissen werden vom Dozenten in (kurzen) Zwischenreferaten vermittelt.

Artikel/Literatur zur Einführung

Wolfgang Korfmacher: Schopenhauer zur Einführung. Hamburg (Junius) 1994.

Rudolf Malter: Der eine Gedanke. Hinführung zur Philosophie Arthur Schopenhauers. Darmstadt 1988.

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Lektüre einzelner Textabschnitte zur jeweils nächsten Unterrichtsstunde.

Eine Woche vor Semesterbeginn wird eine allgemeine Einführung angeboten. Termine und Orte dieser Veranstaltung werden auf einem besonderen Aushang mitgeteilt.