PS

Titel der Veranstaltung

Freiheit, Schönheit, Humanität – Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung

Leitung

Andreas Hütig

Ort

P 206

Beginn

29.10.02

Wochentag

Dienstag

Zeit

12 – 14 Uhr

Teilprüfung

möglich

Gewichtung

Inhaltlicher Schwerpunkt

Leistungsnachweis

Präsentation(en) + [Hausarbeit oder (Protokolle + Kolloquium)]

Voraussetzungen

Bereitschaft zur Präsentation eines (ggfls. mehrerer) Briefes

Gegenstand der Veranstaltung

In den 1795 erschienenen Briefen, einer überarbeiteten Version einer realen Korrespondenz Schillers mit dem Prinzen von Augustenburg, entwickelt er eine ästhetische Kritik der Moderne. Im Ausgang von kantischen Positionen und unter Aufnahme fichtescher Motive reagiert Schiller darin auf das Abgleiten der französischen Revolution in Terror und Gewaltherrschaft. Für ihn zeigt dieses das Auseinandertreten von Natur und Vernunft, Stofftrieb und Formtrieb, Gesellschaft und Philosophie in der Moderne. Diese Verselbständigung kann und soll nun nicht zurückgenommen werden, doch bedarf es einer Vermittlung, um zu Freiheit und Wahrheit zu kommen. Dies soll die Kunst leisten, die in der ästhetischen Erfahrung, in der Schönheit des Scheins Freiheit sinnlich erfahrbar macht. Der Mensch „ist nur dort ganz Mensch, wo erspielt“, lautet die Devise dieses Ideals der Humanität, das in eine ästhetische Utpoie mündet. Gleichwohl zeigt sich hier eine unaufgelöste Spannung zwischen der Kunst als Mittel zur Freiheit und ihrer Auszeichnung als eigentliches Ziel.

Inhaltliches/Methodisches Ziel

Neben der Kenntnis eines paradigmatischen Textes und der begründeten Stellungnahme zu Schillers Zeitdiagnose, theoretischer Position und ästhetischer Therapie soll v.a. diskutiert werden, welche Funktion und Rolle der Kunst überhaupt zugeschrieben werden kann oder sollte. Die historischen und ideengeschichtlichen Voraussetzungen und Umstände sollen zur Kenntnis genommen werden, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der systematischen Diskussion und der Analyse der Verschränkung von ästhetischen, vernunfttheoretischen und geschichts- und kulturphilosophischen Argumenten.

Didaktische Vorgehensweise

Das Seminar folgt dem Text der Briefe und rekonstruiert den Argumentationsgang. Hierzu wird jeder der Briefe von einzelnen Teilnehmenden präsentiert, die wichtigen im Plenum eingehender diskutiert. Historische und ideengeschichtliche Voraussetzungen werden vom Seminarleiter präsentiert; in Einzelfällen ist ein Referat möglich.

Textgrundlage/Literatur zur Einführung

Wir arbeiten mit der neuesten Ausgabe im Reclam-Verlag (RUB 18062), Stuttgart 2000, die auch die Augustenburger Briefe enthält. Die ältere Ausgabe (RUB 8994), Stuttgart 1975 u.ö., kann ebenfalls benutzt werden. Zur Einführung lese man das Nachwort von K. Berghahn (bzw. das von K. Hamburger in der älteren Ausgabe).

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Erwerb des Textes. Erste Lektüre.