PS

Titel der Veranstaltung

Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts

Leitung

Oliver Immel

Ort

P 208

Beginn

30.10.

Wochentag

Mittwoch

Zeit

12-14

Teilprüfung

möglich

Gewichtung

 

Leistungsnachweis

Zusammenfassungen + Kolloquium

Voraussetzungen

Bereitschaft zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen

Gegenstand der Veranstaltung

Jean-Paul Sartre hat 1943 mit „Das Sein und das Nichts“ das Hauptwerk des französischen Existenzialismus geschaffen. Anknüpfend an Martin Heideggers „Sein und Zeit“ und Husserls phänomenologische Methode verfaßte Sartre ein umfangreiches, ja beinahe enzyklopädisches Werk, das versucht, weite Teile menschlichen Seins auszuleuchten. Ausgehend von der Differenzierung zwischen An-sich und Für-sich-sein (être-en-soi und être-pour-soi) entwickelt Sartre eine phänomenologische Ontologie, die das Nichts als konstitutives Moment menschlichen Seins begreift und sich  - anders als Heidegger - mit seiner berühmten phänomenologischen Analyse des „Blicks“ ausführlich dem Mitsein und dessen Bedeutung für das eigene Selbst widmet. Die beiden Seinsmodi der „Unaufrichtigkeit“ und „Authentizität“ stehen demgegenüber für den individualethischen Impetus des Werkes, der dazu auffordert, die „Verurteilung zur Freiheit“ und die Unbestimmtheit der Existenz als Verantwortung für das eigene Wesen zu übernehmen. Die darauf basierende Vorstellung Sartres, dass der Mensch „nichts anderes ist als das, wozu er sich macht“ markiert die antiessentialistische anthropologische Kernaussage des Existenzialismus, der durch eine breite und oberflächliche Rezeption in Frankreich rasch zu einer „Modebewegung“ wurde, die Sartres Werk als Appell für eine sich am Augenblick berauschende, exzentrische Lebensweise missverstand.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Aufgrund des enormen Umfangs des Werkes hat das Seminar eher einführenden Charakter. Es versteht sich von selbst, dass das Buch nur ausschnittweise behandelt werden kann. Die ausgewählten Abschnitte sollen von den Studierenden für jede Sitzung vorbereitend zusammengefasst werden, so dass eine vorangegangene eigene Textlektüre gewährleistet ist, die als Grundlage für die Diskussion dienen kann. Einzelne Themen sollen darüber hinaus in Kleingruppen erarbeitet und für die Diskussion im Plenum aufbereitet werden.

Artikel/Literatur zur Einführung

Danto, Arthur D. Sartre. Göttingen: Steidl, 1997.

Sartre, Jean-Paul. Der Existenzialismus ist ein Humanismus. Reinbek: Rowohlt, 2000.

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Lektüre der einführenden Literatur