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Titel Der Veranstaltung

„Philosophie des Geistes I: Das Problem des phänomenalen Bewusstseins“

Leitung

Prof. Dr. Thomas Metzinger

Ort

P 3 / P 15

Beginn

29. 10. 2002

Wochentag

Dienstag

Zeit

16-18 / 18-20

Gegenstand der Veranstaltung

 

Dieser auf vier Semester angelegte Vorlesungszyklus wird - in Kombination mit einem begleitenden  Hauptseminar - eine gründliche Einführung in die moderne Philosophie des Geistes anbieten. Die Philosophie des Geistes ist nach allgemeiner Auffassung seit geraumer Zeit die Leitdisziplin innerhalb der theoretischen Philosophie. Dementsprechend ist in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die inhaltliche Komplexität der Debatte in ihrer argumentativen Dichte, der internationalen Vernetzung und in ihrem stetig steigenden Tempo nur noch schwer zu überschauen. Die wichtigste Funktion der Vorlesung wird deshalb darin bestehen, schrittweise einen zuverlässigen und systematischen Zugang in den Dschungel der gegenwärtigen Theoriebildung in den Bereichen „Geist“ und „Bewusstsein“ zu entwickeln. Dabei sollen jedoch zwei zusätzliche Schwerpunkte gesetzt werden. Erstens geht es auch darum, später auch zu zeigen, auf welche Weise die aktuelle Diskussion in früheren Stationen der Problemgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert verankert ist (z.B. bei Brentano oder Wittgenstein). Zweitens wird die Vorlesung die interdisziplinären Verflechtungen beleuchten, die sich heute zwischen der Philosophie des Geistes und den Neuro- und Kognitionswissenschaften, der Künstliche-Intelligenz-Forschung, der Robotik usw. entwickelt haben.

Teil 1: Bewusstsein. Es gibt heute im wesentlichen drei Strategien zur Individuierung mentaler Zustände: über ihren phänomenalen Gehalt, über ihre kausale Rolle und über ihren intentionalen Gehalt. Diesen drei Strategien entsprechen das Problem des phänomenalen Bewusstseins, das Leib-Seele-Problem und die Frage nach der Intentionalität des Mentalen. Die erste Vorlesung wird sich zunächst dem gegenwärtig heiß diskutierten Problem des Bewußtseins zuwenden: Was bedeutet es, dass manche mentalen Zustände auch phänomenale Zustände sind, d.h. an eine Innenperspektive gebundene bewusste Erlebnisse? Könnte eine Maschine im Prinzip ebenfalls bewusste Erlebnisse besitzen? Haben auch Tiere Qualia, d.h. subjektive Erlebnisqualitäten? Wenn ja, wie könnte man erkennen, welche Tiere dies sind? Gibt es so etwas wie neuronale Korrelate von Bewusstsein, welchen Beitrag kann die empirische Forschung für die philosophische Begriffsbildung leisten? Und: Existieren Aspekte des bewussten Erlebens, die sich prinzipiell nicht reduktiv erklären oder sinnvollerweise mit dem methodischen Instrumentarium der Naturwissenschaften angehen lassen?

Die Veranstaltung ist geeignet für Hörerinnen

 

               ohne Vorkenntnisse                                mit Grundkenntnissen in Philosophie

     im Grundstudium                                    mit Vorkenntnissen bez. der Thematik

     im Hauptstudium                                    mit fundierten Vorkenntnissen

                                                                          

Artikel/Literatur zur Einführung

 

Metzinger, T (1995). Generelle Einleitung. In: Metzinger, T. (1995)[Hrsg.]. Bewußtsein - Beiträge aus der Gegenwartsphilosophie. Paderborn: mentis.

 

Die wichtigsten zugrundeliegenden Textsammlungen sind:

 

Block, N., Flanagan, O. & Güzeldere, G. (1997)[eds]. The Nature of Consciousness: Philosophical Debates. Cambridge, MA: MIT Press.

Davies, M. & Humphreys, G. (1993)[eds]. Consciousness: Psychological and Philosophical Essays. Oxford: Basil Blackwell.

Esken, F. & Heckmann, H.-D. (1998)[Hrsg.]. Bewußtsein und Repräsentation. Paderborn: mentis.

Marcel, A. & Bisiach, E. (1988)[eds]. Consciousness in Contemporary Science. Oxford: Oxford University Press.

Metzinger, T. (2000)[ed]. Neural Correlates of Consciousness: Empirical and Conceptual Questions. Cambridge, MA: MIT Press.

 

Eine 100-seitige Forschungsbibliographie steht zum Download bereit unter:

 

http://www.uni-mainz.de/~metzinge/Publications.htm

 

Weiter Internetressourcen und Literaturhinweise werden in der Veranstaltung bekanntgegeben.

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Bitte lesen Sie für die erste Sitzung:

 

Metzinger, T. (1995). Generelle Einleitung: Das Problem des Bewusstseins. In Metzinger 1995.

 

Wenn Sie nicht bereit oder in der Lage sind, zur Vorbereitung pro Woche mindestens einen philosophischen Aufsatz zu lesen, ist diese Veranstaltung nicht die richtige für Sie.