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Titel der Veranstaltung

Ist es gut klug zu sein? Klugheitsbestimmungen in der Geschichte der Philosophie.

Leitung

Prof. Dr. K.- D. Eichler

Ort

P 4

Beginn

27.10.2003

Wochentag

Montag

Zeit

15:30 -17:00

Gegenstand der Veranstaltung

    Unter „Klugheit“ wird allgemein eine spezifische Form von Wissen verstanden, durch das ein Handelnder primär sein Selbstinteresse langfristig und erfolgreich wahrzunehmen in der Lage ist. Klug ist gemäß diesem Verständnis jemand, der ein Wissen davon besitzt, wie er durch sein Tun für sich oder für mehrere  das Beste erreichen kann. Die in der Geschichte der Philosophie auftretenden Klugheitsbestimmungen unterscheiden sich nun vor allem in der Bestimmung dessen worin dieses jeweils Beste besteht und mit welchen Mitteln es zu erreichen ist.

Eine noch nicht auf das Modell technischen Wissens reduzierte Form von Klugheit liegt in der aristotelischen Konzeption der phronêsis vor. Sie ist diejenige zu einer besten Verfassung (areté) habituell ausgebildete Fähigkeit; Mittel und Wege im Bereich dessen ztu finden, was für den Menschen gut ist. Gut ist aber für den Menschen dasjenige, was zu seinem Glück beiträgt: Moralisch zu  Handeln wäre also durchaus klug und umgekehrt.

Im ersten Teil der Vorlesung soll deshalb vor allem das aristotelische Modell der Klugheit als einer Tugend des Verstandes erläutert werden. Daran schließen sich Erläuterungen zur Bestimmung der Klugheit im Hellenismus, im christlichen Mittelalter (Thomas), in der Neuzeit (Machiavelli, Gracian, Hume und Kant) sowie zu zeitgenössischen Versuchen der Rehabilitierung einer nicht zur „bloßen Geschicklichkeit in der Wahl der Mittel zu seinem eigenen Wohlsein“ (Kant) degenerierten Klugheit an.     

Die Veranstaltung ist geeignet für Hörerinnen

 

               ohne Vorkenntnisse                                mit Grundkenntnissen in Philosophie

     im Grundstudium                                    mit Vorkenntnissen bez. der Thematik

     im Hauptstudium                                    mit fundierten Vorkenntnissen

                                                                 

 

Artikel/Literatur zur Einführung

Gut geeignet für ein einführendes Studium ist der Artikel Klugheitsethik von A. Luckner im Handbuch Ethik (Hg. V. M. Düwell, Chr. Hübenthal, M. Werner), Stuttgart-Weimar 2002