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PS |
Titel der
Veranstaltung
Moderne Theorien des Gesellschaftsvertrags |
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Leitung
Andreas Hütig Johannes Marx |
Ort
P 206 |
Beginn
28.10.03 |
Wochentag
Dienstag |
Zeit
12:30 – 14:00 |
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Teilprüfung
möglich |
Gewichtung
methodisch und inhaltlich |
Leistungsnachweis
Hausarbeit |
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Gegenstand der
Veranstaltung
Vertragstheorien sind Teil der Politischen Philosophie seit Hobbes und basieren auf dem für die Neuzeit typischen methodischen und normativen Individualismus. Grundgedanke ihrer Rechtfertigung von Prinzipien und Institutionen ist eine hypothetische, zwischen freien und gleichen Individuen geschlossene Übereinkunft. Damit wird die allgemeine Zustimmungsfähigkeit zum Kriterium der Gerechtigkeit. Während die Vertragstheoretiker der frühen Neuzeit – Hobbes, Locke, Rousseau, Kant – ein staatsphilosophisches, Herrschaft überhaupt legitimierendes Ziel verfolgten, versuchen zeitgenössische Kontraktualisten eher, spezifische demokratische Institutionen zu rechtfertigen und kollektives Handeln plausibel zu machen. Dabei bedienen sie sich ökonomischer Theorien rationalen Handelns und versuchen mithilfe spiel- und entscheidungstheoretischer Modellierungen Normen und Prinzipien abzuleiten. Damit sind moralphilosophische Überlegungen an Konzepte und Ergebnisse der positiven Sozialwissenschaften anschlussfähig geworden. Methodik, Grundintention und Einzelergebnisse haben jedoch auch wegen des angeblich atomistischen Menschenbilds und der zugrunde gelegten kalkulierenden Rationalität Kritik von feministischer und kommunitaristischer Seite auf sich gezogen. |
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Inhaltliches/Methodisches
Vorgehen
Das als Kooperation zwischen dem Philosophischen Seminar und dem Institut für Politikwissenschaften veranstaltete Seminar will mit Methoden und Inhalten der zeitgenössischen Kontraktualisten bekannt machen, die Vereinbarkeit mit empirischen Ergebnissen und ausgewählte Kritiken diskutieren. Hierzu werden Texte der wichtigsten Vertreter – Rawls, Nozick, Buchanan und Gauthier – sowie der Kritiker rekonstruiert und diskutiert. Zudem werden empirische Theorien und Ergebnisse bezüglich der Entstehung von Kooperation hinzugezogen. |
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Didaktische
Vorgehensweise
Die Texte werden in Referaten vorgestellt und in unterschiedlichen Arbeitsformen, u.a. in Gruppenarbeit, weiter analysiert und diskutiert. Eventuell wird die vorbereitende Lektüre und die Qualität der Diskussionen durch die Forderung verpflichtender schriftlicher Zusammenfassungen gesichert. Die Primärtexte werden voraussichtlich in
Kopie zugänglich gemacht, die Anschaffung des ‚Klassikers’ Rawls, John: Eine
Theorie der Gerechtigkeit, FfaM 2001, ist
lohnenswert.
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Artikel/Literatur
zur Einführung
Koller, Peter: „Theorien des Sozialkontrakts als Rechtfertigungsmodelle politischer Institutionen“, in: L. Kern/H.-P. Müller (Hg.): Gerechtigkeit, Diskurs oder Markt? Die neuen Ansätze in der Vertragstheorie, Opladen 1986. S. 7-33. Kersting, Wolfgang: Die politische Philosophie des Gesellschaftsvertrags, Darmstadt 1994. |
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Gewünschte
Vorbereitungen der Teilnehmerinnen
Lektüre der Einleitung des Buches von Kersting. |
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