PS

Titel der Veranstaltung

Der Streit zwischen Sozial- und Subjektphilosophie.

Einführung in eine aktuelle Kontroverse

Leitung

Dr. Martin Mühl

Ort

P 107

Beginn

28. Oktober 03

Wochentag

Di

Zeit

16s.t.-17.30

Teilprüfung

nicht möglich

Leistungsnachweis

Hausarbeit, Prokoll, Referat

Voraussetzungen

Grundkenntnisse der neuzeitlichen oder der nach-wittgensteinschen Philosophie sind wünschens­wert, aber nicht zwingend. Zwingend ist: Lesen der vorgsehenen Texte und aktive Mitarbeit.

Gegenstand der Veranstaltung

Seit Wittgensteins Spätphilosophie und seiner radikalen sozialphilosophischen Kritik an Ontologie und Mentalismus ist eine zunehmende Zahl an Philosophinnen und Philosophen davon überzeugt, daß alles, was es über Geist und Wirklichkeit bzw. über Subjektivität und Objektivität zu sagen gibt, aus der Sozialität sprachlicher Beziehungen erklärt werden muß. Dem wird aber von z. T. sehr verschiedenen Positionen aus hartnäckig entgegengehalten, einzelne subjektive oder objektive Vorausset­zun­gen auf Seiten des menschlichen Subjekts (z.B. Gefühle oder das Gehirn) seien nicht hintergehbar. Sie müßten daher als grundlegend auch für die sozialen Beziehungen angenommen werden. Je nach Gesichtspunkt wird in dieser Kontroverse also ein Vorrang sozialer, subjektiver oder objektiver Sachverhalte favorisiert.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Die Kontroverse ist sehr umfangreich und betrifft viele verschiedene erklärungsbedürftige Themen. Wir werden im Rahmen des Seminars nur einzelne markante Positionen exemplarisch besprechen können. Dazu werden wir einzelne Autoren herausgreifen. Zur Sprache kommen werden voraussichtlich Jürgen Habermas, Hilary Putnam, Charles Taylor, Donald Davidson, Gernot Böhme, Manfred Frank, Thomas Nagel, Gerhard Roth. Ziel des Seminars ist es, einen Zugang zu einer breit geführten aktuellen philosophischen Debatte zu gewinnen.

Didaktische Vorgehensweise

Im Seminar werden wir gemeinsam an Hand der Texte zentrale Argumente herausarbeiten. Dazu müssen die Texte zu Hause gründlich gelesen werden.

Artikel/Literatur zur Einführung

Die Literaturliste wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Ein Reader mit Kopien der vorgesehenen Texte wird eine Woche vor Semesterbeginn in der Bibliothek ausliegen. Ebenso wird ein Handaparat in der Bibliothek zur Verfügung stehen.

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Zum Einlesen eignet sich:

Manfred Frank, Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis oder über einige Schwierigkeiten bei der Reduktion von Subjektivität; in: L. Wingert/K. Günther (Hg.), Öffentlichkeit der Vernunft und die Vernunft der Öffentlichkeit, Festschrift für J. Habermas, Frankfurt a. M. 2001.

H. Schnädelbach, Das Gespräch der Philosophie; in: Information Philosophie 1/2003