PS

Titel der Veranstaltung

Einführung in Merleau-Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung

LEITUNG

D. Schmicking

Ort

P 13

Beginn

29. Okt.2003

Wochentag

Mittwoch

Zeit

16.30-18

Teilprüfung

keine

Gewichtung

Inhalt = 50%, Methode = 50 %

Leistungsnachweis

Klausur oder Kolloq. oder HA

Voraussetzungen

Bereitschaft zu interdisziplinärem Denken

Gegenstand der Veranstaltung

„Phänomenologie der Wahrnehmung“ ist das Hauptwerk des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty (1908-61). Das Buch, 1945 erstmals erschienen, ist heute von un­verminderter Aktualität, nachdem Psychologen, KI-Forscher und Neurowissenschaftler be­gonnen haben, die zentrale Rolle des Körpers für das gesamte Erleben, Lernen, Verhalten und den menschlichen Geist überhaupt (wieder) zu entdecken und zu erforschen, denn Merleau-Ponty macht den Körper zum Ausgangspunkt seiner Analysen zu Wahrnehmung, Spra­che, Selbst und Intersubjektivität. Er sucht in der vorsprachlichen körperlichen Erfahrung die Wurzeln der Rationalität und stellt sich damit gegen die dominante Tradition, die ihren Aus­gang vom „ich denke“ nimmt. Auf der Analyse des Körpers und seiner Funktionen wird der Schwerpunkt des Seminars liegen. (Merleau-Pontys Untersuchungen zu Patienten mit Hirn­verletzungen, in denen die nor­male Beziehung von Bewusstsein-Leib-Welt zusammen­bricht sind richtungsweisend geworden und dienen heute Kognitionswissenschaftlern als Ausgangs­punkt). Ferner wird Merleau-Pontys Position im Verhältnis zur weiteren Phänomenologie (bes. Husserls und Heideggers) bestimmt werden. Das Seminar wendet sich an alle HörerIn­nen, die an Gegenwartsphilosophie, bes. Phänomenologie und der interdisziplinären Erforschung von Körper und Geist (embodied mind) interessiert sind.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Inhaltliches Ziel: Verständnis der Position Merleau-Pontys, seiner spezifischen Argumentation – methodisches Vorgehen: Erarbeiten der Fragestellungen und theoreti­schen Lösungsversuche unter Heranziehen aktueller Forschungsergebnisse.

Didaktische Vorgehensweise

Zentral ist die gemeinsame Lektüre, Erarbeitung und Diskussion der Fragestellungen und Lösungsversuche, wobei durch mündliche Referate der TeilnehmerInnen Aufbereitungen und Hilfestellungen geliefert werden sollen.

Artikel/Literatur zur Einführung

Merleau-Ponty, Maurice (1966). Phänomenologie der Wahrnehmung. Übers. u. Einf. von R. Boehm. Berlin: De Gruyter. – Zur Einführung/begleitend kann gelesen werden: Moran, Dermot (2000): Introduction to Phenomenology. London, New York: Routledge, Kap. 12. - Weitere Literatur im Seminar.

Gewünschte Vorbereitungen der TeilnehmerInnen

Kontinuierliche Vorbereitung zu den Sitzungen