HS

Titel der Veranstaltung

Philosophie der Psychologie: Was sind Emotionen?

Leitung

Dr. Verena Gottschling

Ort

P 103

Beginn

28.10.2004

Wochentag

Donnerstag

Zeit

18.00-19.30

Teilprüfung

 

Gewichtung

 

Leistungsnachweis

Referat und schriftliche Ausarbeitung

Voraussetzungen

Die Bereitschaft, kontinuierlich die (englischen) Primärtexte sorgfältig zu lesen.

Gegenstand der Veranstaltung

Emotionen sind von zentraler Bedeutung für philosophische Untersuchungen und für unser eigenes mentales Leben. Die Fähigkeit Emotionen zu empfinden, ist eine wichtige Charakteristikum dessen, was wir als typisch menschlich empfinden. Auch könnte diese Fähigkeit zentral dafür sein, was ein Leben ausmacht, das es wert ist, gelebt zu werden, oder dafür verantwortlich sein, was uns zu den angemessenen Objekten ethischer Überlegungen macht, indem es entscheidend für unsere Fähigkeit ist, als ethische Agenten zu gelten.

Daneben sind Emotionen wichtig für unser allgemeines Bild vom menschlichen Geist und Handeln. Eine genaue Untersuchung dessen, was Emotionen eigentlich sind ist deshalb zentral für Theorien des Geistes. Wir werden die unterschiedlichen Arten konkurrierter Emotionstheorien kennenlernen, deren Antworten für die Rolle von Emotionen in der Kognition sowie ihre Verträglichkeit mit Ergebnissen der kognitiven Neurowissenschaften diskutieren.

 1. Konkurrierende Emotionstheorien

·         Kognitive Theorien (z.B. Lazarus, Nussbaum, Averill)

·         Bewertungstheorien (“appraisal theories”) Propositionale Zustands-Theorien, Theorien sozialer Konstruktion

·         Nicht-kognitive Emotionstheorien (z.B. Hume, James, Damasio, Zajonc)

·         Gefühltheorien (feeling theories), somatische Theorien, Antriebstheorien

·         Evolutionäre Theorien (Griffiths Eliminativismus, Evolutionäre Psychologie)

2. Unterschiedliche Antworten für unterschiedliche Theorien bezüglich:

·         Emotionen und Bewusstsein

·         Entscheidungen und Rationalität

·         Gedächtnis und Aufmerksamkeit

3. Emotionen in den kognitive Neurowissenschaften

neuronale Grundlagen, Emotionsstörungen, Emotion und Bewusstsein

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Gründlicher Lektürekurs mit kritischer Diskussion von Einzeltexten und Sekundärliteratur.

Didaktische Vorgehensweise

Lektürekurs / Referateseminar.

Artikel/Literatur zur Einführung

Evans. D & Cruse, P. (eds.) (2004). Emotion, Evolution and Rationality . Oxford: Oxford University Press

Peter Goldie (2002). Understanding Emotions (Ashgate Publishing, 2002)

Peter Goldie (2000) The Emotions, Oxford: Oxford University Press.

Robert Gordon (1987) The Structure of Emotions, Cambridge University Press

Paul Griffiths (1997). What Emotions Really Are, Chicago University Press

Robert C. Solomon (ed.) (2004). Thinking About Feeling - Contemporary Philosophers on Emotions, Oxford: Oxford University Press

Solomon, R. (ed.) (2003). What is an Emotion? Classic and Contemporary Readings Second Edition, Oxford: Oxford University Press.

Kim Sterelny & Paul E. Griffiths (1999). Sex and Death. An Introduction to Philosophy of Biology. University of Chicago Press, (Kapitel über Emotionen)

Gewünschte Vorbereitungen der Teilnehmerinnen

Ronald de Sousa, Emotion, Eintrag in der Stanford Encyclopedia of Philosophy, siehe: http://plato.stanford.edu/entries/emotion

Paul. E. Griffiths (1998). Emotions, in: W. Bechtel, G. Graham (eds.), A Companion to Cognitive Science, MIT Press, S. 197-203