PS

Titel der Veranstaltung

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen

Leitung

Andreas Hütig

Ort

P 206

Beginn

26.10.04

Wochentag

Dienstag

Zeit

12:15 – 13:45

Teilprüfung

möglich

Gewichtung

inhaltlich und methodisch

Leistungsnachweis

Hausarbeit oder (Protokoll + mündliche Prüfung)

Voraussetzungen

Bereitschaft zur Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe (s.u.)

Gegenstand der Veranstaltung

Ernst Cassirer (1874-1945) zählt mittlerweile zu den meist diskutierten Kulturphilosophen. Ursprünglich aus dem Marburger Neukantianismus stammend, entwickelte er eine eigenständige, historisch informierte Symboltheorie, die den Menschen als animal symbolicum bestimmt und Kultur als Zeichenprozess versteht, in dem der Mensch sich seine Welt(en) schafft und erschließt. Cassirers weites Schaffen umfasst philosophie- und kulturgeschichtliche Werke ebenso wie Analysen der Begriffsbildung, er hat Studien zum Mythos und zu Relativitätstheorie und Quantenphysik verfasst und sich mit den Strategien des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Als sein Hauptwerk gilt die dreibändige Philosophie der symbolischen Formen, die neben der Analyse der Sprache (Bd.1, 1923) und des mythischen Denkens (Bd.2, 1925) eine Phänomenologie der Erkenntnis liefert (Bd.3, 1929). Cassirers Philosophie bietet Antworten und Ansatzpunkte für zahlreiche aktuelle Fragen der Kulturphilosophie, etwa für die nach dem Stellenwert des Individuums in der Kultur, der Struktur und Geltung verschiedener kultureller Praxen wie Wissenschaft und Religion und ihre Beziehung zueinander oder dem Verhältnis von Kulturen untereinander.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Das Seminar will mit dem Hauptwerk Cassirers bekannt machen und die zugrunde liegende Symboltheorie rekonstruieren, so dass diese für aktuelle kulturphilosophische Fragen fruchtbar gemacht werden kann. Hierzu werden zunächst zur Einführung kleinere Schriften Cassirers gelesen, anschließend die transzendentalsemiotische Grundlegung der Symboltheorie anhand der Einleitung ins dreibändige Werk erarbeitet und schließlich die Ausführungen zu Sprache, Mythos und Erkenntnis sowie ggfls. die zur Kunst nachvollzogen.

Didaktische Vorgehensweise

In der ersten Hälfte des Semesters (bis Weihnachten) werden einige Aufsätze und die Einleitung zur Philosophie der symbolischen Formen gemeinsam gelesen und textnah diskutiert. Anschließend bereiten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen die thematischen Großbereiche vor und präsentieren diese auf einer Blocksitzung am Ende des Semesters (Termin wird in der ersten Sitzung abgesprochen).

Artikel/Literatur zur Einführung

Für einen guten Überblick über viele zentrale Themen und einen Eindruck von Cassirers Stil lese man E.C.: „Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften“ (1923), in: ders.: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs, Darmstadt 81994, S.169-200 (auch in E.C.: Gesammelte Werke, Bd. 16, Hamburg 2003, S.75-104).