PS

Titel der Veranstaltung

Einführung in die Philosophie des Zhuangzi und des Laozi
(Interpretation ausgewählter Texte)

Leitung

E. Kroker

Ort

P 10

Beginn

29.10.2004

Wochentag

Freitag

Zeit

12.45-14.15

Teilprüfung

nicht möglich

Gewichtung

 

Leistungsnachweis

Kolloquium

Gegenstand der Veranstaltung

Das "Dao De Jing" ist das meist übersetzte Buch Chinas, dessen Dunkelheit häufig zu höchst fragwürdigen Übertragungen verleitet hat.

Von jeher interessierte es die Intellektuellen im Abendland und im Reich der blumigen Mitte. Heidegger befasste sich mit dem Text, Karl Jaspers widmete ihm eine ausführliche Würdigung. Romano Guardini ließ sich von manch einem Gedanken Laozis, dem sogenannten Autor des Dao De Jing, anregen. Das Buch enthält die Grundgedanken der daoistischen Philosophie.

Das Dao bezeichnet, das Eine, das ewig, spontan, namenlos und unbeschreibbar ist. Im Dao gründen das vollkommene Leben des Einzelnen, der Gesellschaft, die ideale Staatsform und Regierungsweise. Wo das Dao vom Menschen Besitz ergreift, verhilft es ihm zu einem Verhalten, das in vollem Einklang steht mit der Mitwelt, mit der Umwelt, mit dem Weltgesetz und mit dem Drang zur Verwirklichung des Menschen selbst. Die Lehren des Meisters
Zhuang haben in der Betonung des Einzelnen, in der Rätselhaftigkeit der Welt und der Rätselhaftigkeit des Lebens auf abendländische Denker und Dichter in den letzten 200 Jahren eine große Faszination ausgeübt. Dem chinesischen Beamten und Literaten bedeuteten sie mehr als sie nach außen zu gestehen pflegten. Das Buch Zhuangzi (Meister Zhuang) wird dem Zhuang Zhou zugeschrieben (365 - 290). Es stellt die bedeutendste daoistische Textsammlung der frühen philosophisch-daoistischen Tradition dar. Das Werk enthält die umfassendste und sprachlich schönste Darstellung der daoistischen Lehren. Zhuangzi übernimmt von Laozi die Lehren der Einheit, der Weltablehnung und der inneren Heiterkeit. Er entwickelt sie weiter, systematisiert sie und verleiht ihnen mehr Anschaulichkeit.

Inhaltliches/Methodisches Vorgehen

Es geht mir hierbei um die Vertiefung der daoistischen Lehre, wie sie im Buch Daodejing ihren Niederschlag gefunden hat, ferner um die Grundzüge der daoistischen Meditation, die in der Zeit der Han-Dynastie (206 vor Chr. - 220 nach Chr.) vom Mahayama-Buddhismus aufgenommen und weitergeführt wurde, und schließlich auch um die Gestalt des zur Vollendung gelangten daoistischen Menschen, der das Verbindungsglied zu Laozis Vorstellung bedeutet.

Didaktische Vorgehensweise

Die oben angeführten Sachverhalte werden vor dem Hintergrund der abendländischen Philosophie diskutiert. Parallelen und Ähnlichkeiten werden aufgezeigt, die zum Verständnis beitragen.

Literatur zur Einführung

Isabelle Robinet: Geschichte des Taoismus

Wing Tsit Chan: A source book in Chinese Philosophy

Richard Wilhelm: Dschuang Dsi: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland

Fung Yu-Lan: A short history of Chinese Philosophy