PS

Titel der Veranstaltung

Der praktische Nutzen der Philosophie II: Die Philosophie der Moderne seit Hegel

Leitung

Dr. Martin Mühl

Ort

P 103

Beginn

26.10.04

Wochentag

Di

Zeit

18-20

Teilprüfung

Nicht möglich

Leistungsnachweis

Hausarbeit, Referat, Protokoll

Voraussetzungen

aktive Mitarbeit

Gegenstand der Veranstaltung

Das Seminar führt das im SS 04 begonnene Thema fort. Die Teilnahme setzt aber nicht voraus, am ersten Teil teilgenommen zu haben.

Seit einigen Jahren wächst in der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit für Philosophie erheblich. Der Grund liegt offenbar in einem Bedürfnis nach Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Welt. Augenscheinlich werden der Philosophie wieder praktische Fragen zugetraut. Dabei gilt sie nach wie vor bei vielen als hochtheoretisch, finden wir sie doch fast ausschließlich aus dem Alltag an die Universitäten verbannt. Neben diesem philosophieexternen liegt der zentrale internen Grund für das Image der Praxisferne im Selbstverständnis der Philosophie. Die antike Philosophie sah ihre Aufgabe in der Führung der Menschen zum guten Leben. Danach entstand eine lange Epoche, in der ihr dieser Anspruch auf eine lebnsberatende Funktion streitig gemacht wurde. Und auch wenn mit Beginn der Neuzeit durch Bacon, aber vor allem durch Kant der Philosophie eine praktische Aufgabe zurückgegeben wurde, so bleibt diese doch bis heute stark umstritten.

Allerdings gewinnt inzwischen erneut eine praktische Sicht an Boden. Inspiriert wird sie vor allem durch den Pragmatismus von Peirce und die späte Sprachphilosophie Wittgensteins. Angestoßen wurde sie aber bereits mit sehr unterschiedlichen, z. T. einander widersprechenden Argumenten durch Hegel, Marx, Nietzsche und Kierkegaard.

Mit diesen sechs Autoren und einem weiteren aus der jüngsten Zeit, Habermas, wird sich das Seminar auseinandersetzen. Dazu werden kurze Textauszüge und Aufsätze der Autoren gelesen. Das Seminar führt in die Frage ein, wie sich das Verständnis der Philosophie von ihrem eigenen praktischen Nutzen gewandelt hat. Dabei geht es den Fragen nach, ob und ggf. inwiefern die Philosophie vergleichbar anderen Wissenschaften einen Anspruch auf Orientierungshilfe für bestimmte Lebensbereiche erheben kann und wo die Probleme eines solchen Anspruchs liegen.

Vorgehen

Die vorgesehenen Textauszüge werden im Seminar gemeinsam besprochen. Dazu müssen sie zu Hause gelesen und vorbereitet sein. Genauer Ablauf, Literatur und Sekundärliteratur werden in der ersten Sitzung des Seminars bekannt gegeben.

Artikel/Literatur zur Einführung

Zum vorbereitenden Einlesen in das Thema eignen sich:

J. Habermas, Noch einmal: Zum Verhältnis von Theorie und Praxis; in: ders., Wahrheit und Rechtfertigung, Frankfurt a. M. 1999.